Audit und Prüfung

Auditplan

Der Auditplan beschreibt Ablauf, Umfang und Beteiligte eines einzelnen Audits — er geht vorab an alle Betroffenen.

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Zwei Personen prüfen gemeinsam Unterlagen an einem Tisch

Der Auditplan ist die Detailplanung für ein einzelnes Audit. Er beantwortet, wer wann mit wem worüber spricht — und macht damit für alle Beteiligten planbar, was auf sie zukommt.

Der Inhalt

  • Auditziel — was soll festgestellt werden?
  • Auditkriterien — gegen welche Anforderungen wird geprüft? Norm, interne Vorgaben, gesetzliche Anforderungen, Kundenanforderungen.
  • Umfang — welche Prozesse, Bereiche, Standorte, Zeiträume?
  • Termine und Zeitfenster je Bereich
  • Auditteam und Rollen
  • Gesprächspartner je Zeitfenster
  • AblaufEröffnungsgespräch, Auditgang, interne Abstimmung, Abschlussgespräch

Wo der Plan aufhört und das Programm anfängt

Beide Begriffe werden verwechselt, betreffen aber verschiedene Ebenen:

AuditprogrammAuditplan
ZeitraumJahr oder Zertifizierungszyklusein Termin, meist Stunden bis Tage
Gegenstandalle Audits, ihre Häufigkeit und Tiefeein Audit, sein Ablauf
Entscheidet überwelche Prozesse wie oft drankommenwer wann Rede und Antwort steht
AdressatLeitung und Auditverantwortlichedie auditierten Bereiche

Das Programm sagt: Der Einkauf wird im zweiten Quartal geprüft. Der Plan sagt: am 14. Mai von 9 bis 11 Uhr, mit der Bereichsleitung und zwei Sachbearbeitern, gegen Kapitel 8.4 und die Verfahrensanweisung zur Lieferantenbewertung. Was dabei herauskommt, steht später im Auditbericht.

Zeitplanung mit Puffer

Der häufigste Planungsfehler ist ein zu dichter Takt. Wenn für einen Prozess 45 Minuten stehen und das Gespräch produktiv wird, sollte man nachfassen können, ohne den ganzen Tag zu sprengen. Ein Viertel Puffer ist eine brauchbare Faustregel.

Ebenso praktisch: Die Zeitfenster mit den Beteiligten abstimmen, nicht nur mitteilen. Ein Audittermin, der auf die Schichtübergabe oder den Monatsabschluss fällt, kostet beide Seiten Nerven.

Was der Plan bewirkt

Er nimmt dem Audit die Unberechenbarkeit. Wer weiß, dass am Dienstag um zehn der Beschaffungsprozess dran ist, kann die Unterlagen bereitlegen und die richtigen Personen einplanen. Das erhöht die Qualität des Audits, statt sie zu senken — geprüft wird schließlich der Prozess, nicht die Reaktionsfähigkeit der Beteiligten.

Woran es in der Praxis scheitert

Der Plan nennt Normkapitel statt Prozesse. „Kapitel 8.5“ sagt dem Produktionsleiter nichts. „Fertigungssteuerung, Rüstfreigabe und Kennzeichnung der Halbzeuge“ sagt ihm, wen er dazuholen muss.

Es wird nur mit Führungskräften gesprochen. Ob eine Vorgabe wirkt, zeigt sich am Arbeitsplatz. Planen Sie ausdrücklich Zeit für ausführende Rollen ein, sonst prüfen Sie die Beschreibung des Prozesses statt den Prozess.

Der Auditor prüft seinen eigenen Bereich. Objektivität ist eine Anforderung, keine Empfehlung. In kleinen Organisationen löst man das über Kreuzauditierung oder externe Auditoren.

Kein Zeitfenster für die Auswertung. Wer direkt nach dem letzten Gespräch ins Abschlussgespräch geht, formuliert Feststellungen unter Zeitdruck. Eine halbe Stunde Abstimmung im Auditteam gehört in den Plan.

Der Plan wird nach dem Audit weggeworfen. Er ist der Nachweis, dass der geplante Umfang tatsächlich geprüft wurde, und gehört zu den Aufzeichnungen des Audits.

Häufige Fragen

Wie früh sollte der Auditplan verschickt werden?

Intern eine bis zwei Wochen vorher, extern legt die Zertifizierungsstelle den Zeitpunkt fest. Überraschungsaudits sind kein Qualitätsmerkmal — sie erzeugen Abwehr und liefern nicht mehr Erkenntnis, sondern weniger, weil Gesprächspartner nicht verfügbar sind. Planen Sie den Versand so, dass Rückfragen zu den Zeitfenstern noch vor dem Termin geklärt werden können.

Muss ein Auditplan schriftlich sein?

Die Norm verlangt keine bestimmte Form, aber dokumentierte Nachweise über die Durchführung des Auditprogramms. Ein schriftlicher Plan ist der einfachste Weg, das zu belegen — und im Zweifel der Beleg, dass ein Bereich tatsächlich geprüft wurde. In kleinen Organisationen reicht dafür eine Mail mit Terminen, Bereichen und Kriterien aus.

Was, wenn ein Gesprächspartner ausfällt?

Der Plan wird angepasst und die Abweichung dokumentiert. Problematisch wird es, wenn ein Bereich dadurch systematisch nie geprüft wird — das fällt spätestens im Zertifizierungsaudit auf. Halten Sie im Auditbericht fest, welcher Teil des geplanten Umfangs deshalb nicht geprüft werden konnte, und ziehen Sie ihn im Auditprogramm nach.

Darf der Auditor während des Audits vom Plan abweichen?

Ja, und das ist oft richtig. Ergibt eine Spur einen begründeten Verdacht, folgt der Auditor ihr, auch wenn der betroffene Prozess nicht im Plan stand. Der Plan ist eine Verabredung über den Rahmen, keine Begrenzung des Blickfelds. Wesentliche Abweichungen gehören in den Auditbericht, damit nachvollziehbar bleibt, was tatsächlich geprüft wurde.

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