ISO 39001

ISO 39001 — Sicherheit im Verkehr

ISO 39001 beschreibt ein Managementsystem für die Sicherheit im Straßenverkehr. Sie richtet sich an Organisationen, deren Tätigkeit Verkehr erzeugt — und nimmt dabei auch die Menschen in den Blick, die nicht für das Unternehmen arbeiten.

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Mitarbeiterin unterweist einen Kollegen im Betrieb

ISO 39001 beschreibt die Anforderungen an ein Managementsystem für die Straßenverkehrssicherheit. Sie richtet sich an Organisationen, die durch ihre Tätigkeit am Straßenverkehr teilnehmen oder ihn gestalten, und verlangt von ihnen, die Zahl der Getöteten und Schwerverletzten systematisch zu senken.

Der entscheidende Unterschied zu anderen Managementsystemnormen liegt im Schutzobjekt. ISO 45001 schützt die eigenen Beschäftigten, ISO 14001 die Umwelt, ISO 9001 die Anforderungserfüllung gegenüber Kunden. ISO 39001 schützt Menschen, die mit der Organisation in keinem Verhältnis stehen: den Radfahrer an der Einfahrt zum Betriebsgelände, das entgegenkommende Fahrzeug, den Fußgänger an der Haltestelle. Diese Perspektive irritiert viele Betriebe zunächst, weil sie gewohnt sind, Sicherheit an der Werkstorgrenze enden zu lassen.

Die Norm ist 2012 erschienen und war eine der ersten, die der heute üblichen gemeinsamen Grundstruktur der Managementsystemnormen folgt. Sie ist zertifizierbar, wird in Deutschland aber deutlich seltener nachgefragt als ISO 9001 oder ISO 45001. Die Zahl der Zertifizierungsstellen, die sie im Programm haben, ist entsprechend überschaubar.

Was das im Betrieb verändert, lässt sich an einem einfachen Beispiel zeigen. Ein Entsorger fährt Sammelfahrzeuge durch Wohngebiete, teilweise rückwärts, teilweise während der Schulwegzeiten. Unter ISO 45001 ist das ein Thema, sobald ein Lader verletzt wird. Unter ISO 39001 ist es ein Thema, weil Kinder auf demselben Weg unterwegs sind — und die Maßnahmen fallen anders aus: geänderte Sammelzeiten, Rückfahrkameras und Abbiegeassistenten in der Beschaffung, Routen ohne Rückwärtsfahrten. Dieselbe Tätigkeit, ein anderer Blick auf das Risiko.

Was die Norm konkret verlangt

Die Kapitelstruktur ist die gewohnte. Der Inhalt, den ISO 39001 in diese Struktur füllt, ist es nicht.

KapitelWas ISO 39001 an dieser Stelle verlangt
4 KontextDie eigene Rolle im Verkehrssystem bestimmen: als Halter, Verlader, Auftraggeber von Transporten, Betreiber von Verkehrsflächen. Zu den interessierten Parteien gehören auch Anwohner, Behörden und andere Verkehrsteilnehmer.
5 FührungEine Politik zur Verkehrssicherheit, die Verantwortung der obersten Leitung und eine schriftliche Zuweisung der Halterpflichten.
6 PlanungDas Herzstück: Leistungsfaktoren auswählen, messbare Ziele festlegen, Maßnahmen und Zuständigkeiten planen.
7 UnterstützungFahrerqualifikation und Fahreignung, wiederkehrende Unterweisung, Kommunikation mit Fahrern, Disponenten und Subunternehmern.
8 BetriebTouren- und Einsatzplanung, Fahrzeugbeschaffung und Instandhaltung, Auswahl und Steuerung von Subunternehmern, Vorbereitung auf Unfälle.
9 BewertungMessung der Leistungsfaktoren, Untersuchung von Unfällen und Beinaheunfällen, internes Audit, Managementbewertung.
10 VerbesserungUnfälle und Beinaheunfälle als Abweichungen behandeln, mit Ursachenanalyse und Wirksamkeitsprüfung.

Der Kern steckt in Kapitel 6. ISO 39001 verlangt nicht, irgendetwas zu messen, sondern eine bestimmte Art von Größen — die Leistungsfaktoren der Straßenverkehrssicherheit. Die Norm ordnet sie drei Gruppen zu.

Art des FaktorsWas er beschreibtTypische Größen im Betrieb
ExpositionsfaktorenUmfang der VerkehrsteilnahmeFahrleistung in Kilometern, Zahl der Fahrten und Stopps, Anteil von Nacht-, Winter- und Innenstadtfahrten
ZwischenergebnisseEinflussgrößen auf Häufigkeit und Schwere von UnfällenGeschwindigkeitsverhalten, Gurtnutzung, Fahrtüchtigkeit und Ermüdung, Ablenkung, Sicherheitsausstattung der Fahrzeuge, Ladungssicherung, Streckenwahl
EndergebnisseTatsächlich eingetretener SchadenGetötete und Schwerverletzte, Unfälle mit Personenschaden

Diese Dreiteilung ist der praktisch wichtigste Gedanke der Norm. Endergebnisse eignen sich in einem einzelnen Fuhrpark kaum zur Steuerung, weil schwere Unfälle selten sind: Ein unfallfreies Jahr belegt nicht, dass das System funktioniert — es kann Zufall sein. Steuerbar sind die Zwischenergebnisse, weil sie täglich anfallen und sich beeinflussen lassen. Wer Geschwindigkeitsüberschreitungen und Ruhezeitverstöße misst, hat eine Kennzahl, die auf Maßnahmen reagiert. Wer nur Unfälle zählt, hat eine Statistik.

Konkret wird die Norm in Kapitel 8. Dort geht es um die Entscheidungen, die das Risiko tatsächlich erzeugen: Wie eng werden Touren getaktet, welche Pausenzeiten sind eingeplant, nach welchen Kriterien werden Fahrzeuge beschafft, wie wird die Instandhaltung gesteuert, wer prüft die Ladungssicherung, wie werden Subunternehmer ausgewählt und überwacht. Dazu kommt die Vorbereitung auf den Ernstfall — was passiert nach einem Unfall, wer fährt zur Unfallstelle, wie werden Angehörige informiert, wie wird der Fahrer betreut. Diese Fragen liegen in der Disposition, in der Beschaffung und im Personalbereich, nicht im Qualitätsmanagement. Wer ISO 39001 als Dokumentationsprojekt beim Managementbeauftragten aufhängt, ohne die Disposition einzubeziehen, produziert ein System, das im Audit auf dem Papier steht und im Betrieb niemandem begegnet.

Für wen sich das lohnt — und für wen nicht

Sinnvoll ist ISO 39001, wenn Fahren zum Kerngeschäft gehört oder die Fahrleistung so hoch ist, dass Verkehrsrisiken das größte Einzelrisiko für Personenschäden im Unternehmen darstellen. Das trifft auf Speditionen und Logistikdienstleister zu, auf Personenbeförderung einschließlich Kranken- und Behindertentransport, auf Entsorgungsbetriebe mit Sammelfahrzeugen im Wohngebiet, auf Bauunternehmen mit Schwertransporten und auf Vertriebsorganisationen, deren Außendienst den Großteil der Arbeitszeit im Auto verbringt. Auch Kommunen und Straßenbaulastträger fallen in den Anwendungsbereich, weil sie die Infrastruktur gestalten.

Ebenso deutlich lässt sich sagen, wann sich der Aufwand nicht rechnet. Ein Bürounternehmen mit fünf Firmenwagen braucht kein zertifiziertes Verkehrssicherheitssystem, sondern eine saubere Führerscheinkontrolle, eine jährliche Unterweisung und eine Regelung zur Privatnutzung. Wer ausschließlich fremd transportieren lässt und selbst keine Fahrzeuge betreibt, sollte die Anforderungen in die Lieferantenbewertung schreiben statt ein eigenes System aufzubauen.

Auch die Erwartung an den Marktwert des Zertifikats sollte nüchtern bleiben. ISO 39001 wird in deutschen Ausschreibungen selten verlangt. Wer sich davon einen Vertriebsvorteil verspricht, sollte vorher prüfen, ob die eigenen Auftraggeber die Norm überhaupt kennen. Der belastbarere Grund ist ein interner: sinkende Schadenquoten, weniger Ausfalltage, eine bessere Verhandlungsposition beim Flottenversicherer und eine Antwort auf die Frage nach der Organisationsverantwortung, wenn doch etwas passiert.

Für Kommunen und Straßenbaulastträger liegt der Nutzen an anderer Stelle. Sie betreiben nicht nur eigene Fahrzeuge, sondern gestalten die Infrastruktur: Kreuzungen, Schulwege, Baustellenführungen, Geschwindigkeitsregelungen. ISO 39001 gibt dafür einen Rahmen, der Unfallschwerpunkte, Maßnahmen und Wirkungskontrolle verbindet, statt Einzelmaßnahmen nach Beschwerdelage abzuarbeiten. Der Aufwand ist erheblich, weil die Datengrundlage über mehrere Ämter verteilt liegt.

Ein Argument, das in Verkaufsgesprächen häufig zu weit getrieben wird, ist die Haftung. Ein Zertifikat schützt weder vor Bußgeldern noch vor zivilrechtlicher Inanspruchnahme. Was ein funktionierendes System leistet, ist etwas Nüchterneres: Es erzeugt Nachweise darüber, dass Pflichten zugewiesen, Fahrer unterwiesen und Fahrzeuge geprüft wurden. Ob diese Nachweise im Einzelfall genügen, entscheidet niemand vorab — und schon gar nicht die Zertifizierungsstelle.

Ein zweiter belastbarer Grund sind Auftraggeber mit eigenen Verkehrssicherheitsprogrammen. Große Handels- und Industriekunden schreiben Anforderungen an Fahrzeugausstattung, Fahrerqualifikation und Unfallmeldung in ihre Transportverträge. Wer diese Punkte ohnehin nachweisen muss, hat den größten Teil des Systems bereits stehen und kann es mit überschaubarem Zusatzaufwand zertifizieren lassen.

Der Weg zum Zertifikat

Der Ablauf einer Zertifizierung unterscheidet sich nicht von anderen Managementsystemnormen und wird hier nicht wiederholt. Drei Punkte sind für ISO 39001 typisch.

Der Geltungsbereich muss die Verkehrsteilnahme abbilden, nicht die Firmenstruktur. Wenn achtzig Prozent der Fahrleistung von Subunternehmern erbracht werden, ist ein Geltungsbereich, der am eigenen Fuhrpark endet, im Audit nur schwer zu halten. Die Norm verlangt die Betrachtung der Tätigkeiten, die Verkehr verursachen — auch der beauftragten.

Die Leistungsfaktoren müssen vor dem Audit Daten liefern. Ein System, das erst seit vier Wochen misst, kann keine Zielerreichung zeigen. Realistisch ist ein Vorlauf, in dem mindestens ein vollständiger Zyklus aus Messung, Bewertung und Maßnahme durchlaufen wurde, einschließlich eines internen Audits und einer Managementbewertung.

Die Rechtskonformität wird vorab geprüft. Prüfintervalle für Fahrzeuge, Führerscheinkontrolle, Lenk- und Ruhezeiten, Ladungssicherung: Fehlt hier die Grundlage, hilft kein Managementsystem darüber hinweg. Es lohnt sich, diesen Teil in einem eigenen internen Audit vorab durchzugehen.

Standorte und Fahrzeuggruppen werden in Stichproben geprüft. Bei mehreren Niederlassungen zieht die Zertifizierungsstelle eine Auswahl, die über die Zertifizierungsperiode wechselt. Wer das System nur an der Zentrale sauber aufgesetzt hat, fällt spätestens im Überwachungsaudit auf, wenn eine andere Niederlassung an der Reihe ist. Die Dokumentenlage darf sich zwischen den Standorten unterscheiden — die Regeln nicht.

Woran Projekte scheitern

Die Feststellungen wiederholen sich. Sie stammen fast alle aus derselben Ursache — das System wird auf dem Papier gebaut, während die Disposition unverändert weiterarbeitet.

Nur Unfälle werden gezählt. Als Nachweis der Zielerreichung wird ein unfallfreies Jahr vorgelegt. Es fehlt jede Größe, die vor dem Unfall etwas anzeigt. Das ist die häufigste Hauptfeststellung.

Der Zielkonflikt bleibt ungelöst. Das Verkehrssicherheitsziel verlangt defensives Fahren, die Tourenplanung gibt Zeitfenster vor, die nur mit Tempo und ohne Pause zu halten sind. Der Auditor prüft das, indem er einen Fahrer nach der letzten Tour fragt, nicht den Beauftragten nach der Politik.

Halterpflichten sind nicht zugewiesen. Niemand ist schriftlich für Führerscheinkontrolle, Fahrzeugprüfungen und Ladungssicherung benannt. Eine mündliche Delegation an den Werkstattmeister ist keine.

Subunternehmer stehen außerhalb. Verkehrssicherheitsanforderungen tauchen in keinem Vertrag auf, es gibt keine Kriterien für die Auswahl und keine Überprüfung. Bei hohem Fremdvergabeanteil ist das der Punkt, an dem der Nutzen des Systems verloren geht.

Telematikdaten liegen vor, werden aber nicht genutzt. Die Fahrzeuge liefern Geschwindigkeits- und Ereignisdaten, die Auswertung scheitert an einer fehlenden Vereinbarung mit dem Betriebsrat. Wer die Mitbestimmung nicht früh klärt, plant Kennzahlen, die er nicht erheben darf.

Unfälle werden abgerechnet statt untersucht. Es existiert eine Schadensakte für die Versicherung, aber keine Ursachenanalyse und keine abgeleitete Maßnahme. Beinaheunfälle werden gar nicht erst erfasst.

Der Außendienst fällt heraus. Poolfahrzeuge und Privatnutzung werden aus dem Geltungsbereich genommen, obwohl auf sie ein erheblicher Teil der Fahrleistung entfällt.

Die Unterweisung ist eine Unterschriftenliste. Fahrer bestätigen jährlich, eine Präsentation gesehen zu haben. Ob sie die Regelung zur Ladungssicherung kennen, wurde nie überprüft. Eine Wirksamkeitsprüfung fehlt, weil Unterweisung mit Kompetenz verwechselt wird.

Ziele ohne Bezugsgröße. „Zehn Prozent weniger Schäden“ ohne Angabe, worauf sich das bezieht. Bei wachsender Fahrleistung sinkt die Schadenzahl pro Kilometer, während die absolute Zahl steigt — und umgekehrt. Ohne Expositionsfaktor ist jedes Ziel beliebig auslegbar.

Abgrenzung zu verwandten Regelwerken

RegelwerkWas es abdecktVerhältnis zu ISO 39001
ISO 45001Sicherheit und Gesundheit der eigenen Beschäftigten bei der Arbeit, einschließlich DienstfahrtenÜberschneidet sich bei Fahrten von Beschäftigten. ISO 39001 bezieht zusätzlich unbeteiligte Verkehrsteilnehmer ein.
ISO 9001Erfüllung von Kundenanforderungen, ProzesssteuerungKeine inhaltliche Überschneidung, aber gleiche Grundstruktur — die Integration ist einfach.
ISO 14001Umweltaspekte, auch Emissionen und Kraftstoffverbrauch des FuhrparksBerührt sich bei Fahrzeugbeschaffung und Fahrweise, verfolgt aber ein anderes Ziel. Sparsames Fahren ist nicht automatisch sicheres Fahren.
Halter- und Arbeitgeberpflichten im FuhrparkFahrzeugprüfungen, Führerscheinkontrolle, Lenk- und Ruhezeiten, LadungssicherungKein Managementsystem, sondern rechtliche Mindestpflichten. ISO 39001 setzt darauf auf; ihre Erfüllung ist Voraussetzung, nicht Ergebnis.
ISO 22301Fortführung des Betriebs nach StörungenBerührung nur dort, wo ein Unfall den Betrieb unterbricht. Kein Ersatz füreinander.

Wer bereits ein Managementsystem betreibt, sollte ISO 39001 als Erweiterung planen und nicht als zweites System. Kontext, Führung, Kompetenz, Dokumentenlenkung, internes Audit und Managementbewertung existieren dann bereits. Neu aufzubauen sind im Wesentlichen die Leistungsfaktoren, die Unfalluntersuchung und die Einbindung der Subunternehmer. Genau diese drei Punkte entscheiden im Audit — und sie sind es auch, die den Unterschied im Betrieb ausmachen.

Häufige Fragen zu ISO 39001

Für welche Unternehmen ist ISO 39001 gedacht?

Für Organisationen, deren Tätigkeit nennenswerten Straßenverkehr verursacht oder beeinflusst: Speditionen und Logistiker, Bus-, Taxi- und Krankentransportunternehmen, Entsorger, Bau- und Handwerksbetriebe mit großem Fuhrpark, Vertriebsorganisationen mit hoher Außendienstfahrleistung, außerdem Kommunen und Straßenbaulastträger. Entscheidend ist nicht die Unternehmensgröße, sondern die Fahrleistung und die Frage, wie viele Menschen davon betroffen sind.

Was sind Leistungsfaktoren der Straßenverkehrssicherheit?

Die Steuerungsgrößen des Systems. Die Norm unterscheidet drei Arten: Expositionsfaktoren beschreiben den Umfang der Verkehrsteilnahme, etwa die Fahrleistung. Zwischenergebnisse beschreiben Einflussgrößen auf Häufigkeit und Schwere von Unfällen, etwa Geschwindigkeit, Gurtnutzung oder Fahrtüchtigkeit. Endergebnisse sind die tatsächlichen Folgen, also Getötete und Schwerverletzte. Gesteuert wird über die Zwischenergebnisse, weil sie sich beeinflussen und häufig genug messen lassen.

Ersetzt ISO 39001 die Pflichten als Fahrzeughalter?

Nein. Führerscheinkontrolle, wiederkehrende Fahrzeugprüfungen, Ladungssicherung und die Vorgaben des Fahrpersonalrechts gelten unabhängig von jeder Norm. ISO 39001 setzt auf diesen Pflichten auf und organisiert ihre Erfüllung nachvollziehbar. Ein Auditor prüft deshalb zuerst, ob die Halterpflichten überhaupt jemandem schriftlich zugewiesen sind — und erst danach das Managementsystem darüber.

Wie verhält sich ISO 39001 zu ISO 45001?

ISO 45001 schützt die eigenen Beschäftigten bei der Arbeit, einschließlich Dienstfahrten. ISO 39001 geht darüber hinaus: Sie bezieht alle Verkehrsteilnehmer ein, die von der Verkehrsteilnahme der Organisation betroffen sind — Radfahrer, Fußgänger, andere Fahrzeuge. Wer beide Systeme betreibt, führt sie sinnvollerweise zusammen; die gemeinsame Grundstruktur macht das ohne doppelte Dokumentation möglich.

Lohnt sich die Zertifizierung für einen kleinen Fuhrpark?

Selten. Bei einer Handvoll Firmenwagen mit geringer Fahrleistung steht der Aufwand für ein zertifiziertes System in keinem Verhältnis zum Nutzen. Sinnvoller sind dann eine dokumentierte Führerscheinkontrolle, eine jährliche Unterweisung und eine klare Regelung zur Privatnutzung. ISO 39001 lohnt sich, wenn Fahren zum Kerngeschäft gehört oder wenn Auftraggeber einen Nachweis verlangen.

Lässt sich ISO 39001 mit einem bestehenden System verbinden?

Ja, und das ist der übliche Weg. Die Norm folgt der gemeinsamen Struktur der Managementsystemnormen, weshalb Kontext, Führung, Kompetenz, interne Audits und Managementbewertung nicht neu aufgebaut werden müssen. Wirklich neu sind die Leistungsfaktoren, die Unfalluntersuchung und die Steuerung von Subunternehmern. Wer bereits ISO 9001 oder ISO 45001 betreibt, ergänzt eher, als dass er ein zweites System aufbaut.

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