Methode und Werkzeug

Unterstützungsprozess

Ein Unterstützungsprozess erbringt keine Leistung für den Kunden, sondern stellt den Kernprozessen Ressourcen, Informationen und Nachweise bereit.

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Unterweisung von Mitarbeitenden an einer Maschine

Unterstützungsprozesse liefern das, was die Wertschöpfung braucht, um zu funktionieren: qualifiziertes Personal, funktionierende Anlagen, geprüfte Messmittel, gültige Dokumente, verfügbare IT. Der Kunde bemerkt sie nicht direkt. Er bemerkt es sofort, wenn einer davon ausfällt.

Welche Prozesse üblicherweise dazugehören

  • Personal und Kompetenz, einschließlich Einarbeitung, Schulung und Unterweisungsnachweisen
  • Infrastruktur und Instandhaltung
  • Überwachung von Mess- und Prüfmitteln
  • Lenkung dokumentierter Information
  • IT und Informationssicherheit
  • Beschaffung, sofern sie nicht selbst zur Wertschöpfung gehört
  • interne Kommunikation und Wissenssicherung

Wo genau die Grenze zum Kernprozess verläuft, entscheidet das Geschäftsmodell. Für ein Ingenieurbüro ist Wissen kein Unterstützungsthema, sondern das Produkt.

Warum die meisten Abweichungen hier entstehen

Kernprozesse werden vom Markt kontrolliert. Bleibt eine Lieferung aus, ruft der Kunde an. Unterstützungsprozesse haben diesen Rückkanal nicht. Ihre Fehler zeigen sich erst im Audit oder im Schadensfall.

Die Klassiker sind seit Jahren dieselben: Prüfmittel über der Kalibrierfrist, fehlende Unterweisungsnachweise für neue oder versetzte Beschäftigte, Dokumente ohne Freigabevermerk, zwei Stände derselben Arbeitsanweisung im Umlauf, Zugriffsrechte ausgeschiedener Mitarbeiter. Jede dieser Feststellungen ist einzeln harmlos. Häufen sie sich, entsteht daraus die Frage, ob die Lenkung insgesamt wirksam ist — und aus mehreren Nebenabweichungen kann eine Hauptabweichung werden.

Die Anforderung an Ressourcen ist keine Formalie

Die Norm verlangt, die für das Managementsystem erforderlichen Ressourcen zu bestimmen und bereitzustellen — Personen, Infrastruktur, Prozessumgebung, Überwachungsmittel und Wissen der Organisation. Der letzte Punkt wird am seltensten bearbeitet. Gemeint ist das Erfahrungswissen, das eine Organisation zur Leistungserbringung braucht und das mit einer Person das Haus verlassen kann. Wer darauf keine Antwort hat, bekommt sie spätestens beim nächsten Ruhestand.

Die Ursache ist fast immer die Zuständigkeit

Unterstützungsprozesse laufen quer. Die Prüfmittelüberwachung betrifft Fertigung, Labor und Instandhaltung, verantwortet aber niemand vollständig. Die Folge ist ein Prozess ohne Eigentümer, der nur so lange funktioniert, wie eine bestimmte Person daran denkt.

Der wirksamste Eingriff ist deshalb kein neues Dokument, sondern eine Festlegung: eine Person je Unterstützungsprozess, mit Termin und Übersicht. Danach lassen sich Fristen automatisieren; vorher nicht.

Was im Audit tatsächlich gefragt wird

Nicht, ob es eine Verfahrensanweisung gibt, sondern ob der Nachweis auffindbar ist. Bei Kompetenz heißt das: Welche Anforderungen gelten für diese Tätigkeit, wer erfüllt sie, woran ist das belegt, und was passiert, wenn jemand neu dazukommt? Der letzte Teil der Frage bringt die meisten Systeme ins Straucheln, weil Erstunterweisungen dokumentiert werden, spätere Änderungen an Verfahren aber nicht.

Nützlich ist ein einziger Terminüberblick über alle fristgebundenen Nachweise — Kalibrierungen, Unterweisungen, Prüfungen, Zertifikate von Lieferanten. Er kostet wenig Pflege und beseitigt die häufigste Feststellungskategorie im gesamten internen Audit.

Häufige Fragen

Warum entstehen dort so viele Feststellungen?

Weil Unterstützungsprozesse an Fristen und Nachweisen hängen, nicht an Kundendruck. Eine überfällige Kalibrierung fällt im Tagesgeschäft niemandem auf, im Audit sofort. Dazu kommt, dass diese Prozesse quer durch die Organisation laufen und oft keinen eindeutigen Verantwortlichen haben — dann fühlt sich für die Terminüberwachung niemand zuständig.

Wie misst man einen Unterstützungsprozess sinnvoll?

Über die Leistung gegenüber dem internen Empfänger. Wie lange dauert es von der Anforderung bis zur bereitgestellten Ressource, und wie oft wird ein Termin gehalten? Beispiele sind die Bearbeitungszeit für eine Dokumentenfreigabe oder der Anteil rechtzeitig durchgeführter Kalibrierungen. Anzahl bearbeiteter Vorgänge misst Betriebsamkeit und sagt nichts über Wirksamkeit.

Gehört die Instandhaltung dazu?

In der Regel ja, weil sie die Infrastruktur bereitstellt, mit der die Kernprozesse arbeiten. In anlagenintensiven Betrieben wird sie manchmal bewusst als Kernprozess geführt, weil die Verfügbarkeit der Anlagen unmittelbar die Liefertreue bestimmt. Beide Einordnungen sind vertretbar, solange die Steuerung dazu passt.

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