Methode und Werkzeug

Fehlersammelkarte

Die Fehlersammelkarte ist ein Erfassungsformular, auf dem vorher festgelegte Fehlerarten während eines definierten Zeitraums mit ihrer Häufigkeit erfasst werden.

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Auswertung erfasster Fehlerarten am Flipchart

Die Fehlersammelkarte ist eine strukturierte Strichliste: Vorher festgelegte Fehlerarten stehen untereinander, dahinter wird während eines definierten Zeitraums die Häufigkeit eingetragen. Sie gehört zu den sieben klassischen Qualitätswerkzeugen und ist das einfachste davon. Ihr Nutzen entscheidet sich vollständig an der Vorarbeit.

Aufbau

Zeilen sind die Fehlerarten. Spalten sind die Unterscheidung, die Sie später auswerten wollen: Tag, Schicht, Maschine, Charge, Bediener oder Lieferant. Diese Entscheidung ist wichtiger als sie aussieht, denn nachträglich lässt sich eine nicht erfasste Unterscheidung nicht rekonstruieren. Wer nur Fehlerarten zählt und keine Spalten führt, weiß am Monatsende, welcher Fehler häufig war, aber nicht, wo er entstand.

In den Kopf gehören Produkt, Prüfstelle, Zeitraum, Erfasser und die geprüfte Menge. Die Prüfmenge ist das Feld, das am häufigsten fehlt, und ohne sie ist die Karte nur eine Sammlung absoluter Zahlen ohne Vergleichbarkeit zwischen Wochen.

Die Fehlerarten entscheiden über den Nutzen

Legen Sie die Kategorien gemeinsam mit den Menschen fest, die sie ankreuzen. Eine Kategorie, die der Prüfer am Teil nicht sicher erkennt, wird geraten. Fünf bis zehn Arten reichen; eine Restkategorie ist notwendig, weil sonst Fehler stillschweigend der ähnlichsten Kategorie zugeschlagen werden.

Behalten Sie diese Restkategorie im Auge. Wenn „Sonstiges“ die größte Position ist, ist das Raster falsch geschnitten. Der übliche Weg heraus: zwei Wochen Freitext neben der Strichliste, danach die Kategorien neu bilden. Die Änderung gehört datiert vermerkt, sonst bricht der Vergleich mit dem Vorzeitraum unbemerkt.

Was danach kommt

Die Karte liefert Rohdaten, keine Erkenntnis. Der nächste Schritt ist die Sortierung nach Häufigkeit als Pareto-Auswertung, um die wenigen Fehlerarten zu finden, die den größten Anteil ausmachen.

Häufigkeit ist dabei nicht dasselbe wie Bedeutung. Ein seltener Fehler, der beim Kunden zum Ausfall führt, wiegt schwerer als zwanzig Kratzer an einer Verkleidung. Gewichten Sie deshalb zusätzlich nach Kosten oder nach Auswirkung. Für die ausgewählte Fehlerart folgt dann die Ursachensuche, etwa mit dem Ishikawa-Diagramm, und die Prüfung, ob der Prozess überhaupt fähig ist.

Woran es scheitert

Die Erfasser bekommen nie ein Ergebnis zurück. Wer sechs Wochen Striche macht und nie erfährt, was daraus wurde, füllt die Karte irgendwann am Schichtende aus der Erinnerung aus. Eine kurze Rückmeldung an der Tafel hält die Datenqualität oben.

Die Karte läuft unbefristet. Eine Erfassung ohne Enddatum wird zur Gewohnheit ohne Zweck. Fehlersammelkarten sind Kampagnen: Frage, Zeitraum, Auswertung, Ende. Für die Dauerbeobachtung ist eine Kennzahl mit fester Datenquelle das passende Instrument.

Die Erfassung weicht von der Prüfanweisung ab. Wenn die Karte Merkmale abfragt, die dort nicht geprüft werden, entstehen Lücken, die im Audit als Widerspruch auffallen.

Häufige Fragen

Was gehört auf eine Fehlersammelkarte außer den Fehlerarten?

Der Kopf entscheidet über die Auswertbarkeit: Produkt oder Auftrag, Prüfstelle, Zeitraum, Schicht oder Maschine, Erfasser und vor allem die geprüfte Menge. Ohne Bezugsmenge lässt sich keine Quote bilden. Zehn Fehler bei 100 Teilen und zehn Fehler bei 10.000 Teilen ergeben dieselbe Strichliste, aber völlig verschiedene Prozesszustände.

Wie viele Fehlerarten sind sinnvoll?

Fünf bis zehn, plus eine Sammelkategorie. Mehr Kategorien führen dazu, dass Erfasser bei jedem Teil überlegen müssen, und die Erfassung wird unzuverlässig. Weniger Kategorien machen das Ergebnis zu grob für eine Ursachensuche. Die Kategorien werden mit den Prüfern festgelegt, in deren Sprache, nicht in der Sprache des Konstruktionsdokuments.

Ist die Fehlersammelkarte dasselbe wie ein Prüfprotokoll?

Nein. Das Prüfprotokoll belegt die Konformität eines einzelnen Loses und ist eine Aufzeichnung mit Nachweispflicht. Die Fehlersammelkarte ist ein Analysewerkzeug über viele Lose hinweg. Wer beides in ein Formular presst, bekommt eine Aufzeichnung, die im Audit gefordert wird, und eine Statistik, die niemand auswertet.

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