Audit

Wie Sie sich auf das Stufe-1-Audit vorbereiten

Stufe 1 ist kein Vorgespräch. Es entscheidet darüber, ob das Hauptaudit stattfindet — und legt fest, wie viel Auditzeit Sie bezahlen werden.

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Vorbereitung von Unterlagen für ein Audit

Das Stufe-1-Audit beantwortet eine einzige Frage: Ist es sinnvoll, das Hauptaudit durchzuführen. Es prüft die Bereitschaft, nicht die Wirksamkeit — und trotzdem fallen hier regelmäßig Termine, weil zwei Nachweise fehlen, die viele für später eingeplant hatten.

Wer Stufe 1 als unverbindliches Vorgespräch behandelt, verschiebt in der Regel den gesamten Zertifizierungstermin um Wochen.

Was tatsächlich geprüft wird

  • Die dokumentierte Information, ob sie vorhanden und in sich stimmig ist.
  • Der Geltungsbereich und die dazugehörigen Standorte, Prozesse und Ausschlüsse.
  • Die Standortsituation — was wird wo gemacht, welche Tätigkeiten sind ausgelagert.
  • Ob interne Audits und die Managementbewertung durchgeführt wurden.
  • Ob die Prozesse angelaufen sind und Nachweise erzeugt haben.
  • Rechtliche und behördliche Anforderungen, insbesondere bei Umwelt-, Arbeitsschutz- und Energiethemen.
  • Ob die Ressourcen und die Planung für Stufe 2 stehen.

Der Auditor bestimmt dabei außerdem, welchen Umfang Stufe 2 braucht. Das ist der Punkt, den viele erst hinterher verstehen.

Warum Stufe 1 Ihre Auditzeit festlegt

Das Auditvolumen wird nach festen Regeln abgeleitet — im Wesentlichen aus der Zahl der Beschäftigten, der Komplexität der Prozesse, der Zahl der Standorte und dem Geltungsbereich. In Stufe 1 gleicht der Auditor die Angaben aus Ihrem Antrag mit der Wirklichkeit ab.

Wenn dabei herauskommt, dass zum Betrieb noch ein zweiter Standort und zwanzig weitere Beschäftigte gehören, wird der Aufwand angepasst. Das ist keine Willkür, sondern die Regel — und es passiert häufiger, als man denkt, weil bei der Antragstellung Teilzeitkräfte, Leiharbeit oder ein Auslieferungslager nicht mitgezählt wurden.

Die praktische Konsequenz: Machen Sie die Angaben zur Personenzahl und zu den Standorten vor der Angebotserstellung sorgfältig. Eine Korrektur in Stufe 1 kommt teurer als eine ehrliche Zahl im Antrag.

Die zwei Nachweise, an denen es scheitert

Das interne Audit über den vollen Geltungsbereich. Nicht ein Audit, sondern eine Abdeckung: Alle Prozesse und alle Normanforderungen müssen vor der Erstzertifizierung mindestens einmal intern geprüft worden sein. Ein Auditprogramm, das die Fertigung abdeckt und Vertrieb und Einkauf für das Folgejahr vorsieht, reicht nicht.

Die Managementbewertung durch die oberste Leitung. Sie muss stattgefunden haben, die vorgesehenen Eingaben behandeln und zu Entscheidungen geführt haben. Ein Protokoll, das die Kenntnisnahme eines Berichts festhält, ist keine Bewertung. Was hier fehlt, lässt sich nicht kurzfristig nachholen, weil die Bewertung Ergebnisse aus internen Audits, Kennzahlen und Kundenrückmeldungen voraussetzt.

Beides zusammen ist der Grund, warum die Einführung länger dauert, als geplant wird — eine Betrachtung dazu steht unter wie lange die Einführung eines Managementsystems wirklich dauert.

Was Sie bereitlegen

UnterlageWozu der Auditor sie braucht
Geltungsbereich im Wortlaut, mit StandortenGrundlage für Zertifikatstext und Auditumfang
Prozesslandkarte mit VerantwortlichenPlanung der Stufe-2-Stichproben
DokumentenlistePrüfung der Dokumentenlenkung
Auditprogramm und interne AuditberichteNachweis der vollständigen Abdeckung
Protokoll der ManagementbewertungNachweis der Beteiligung der Leitung
Ziele mit aktuellen WertenPrüfung, ob gemessen wird
Offene Maßnahmen mit TerminenReifegrad des Verbesserungsprozesses
Verzeichnis rechtlicher Anforderungenbei Umwelt, Arbeitsschutz, Energie zwingend
Organigramm und PersonenzahlAbleitung des Auditvolumens
Liste ausgelagerter ProzesseSteuerung externer Bereitsteller

Legen Sie diese Unterlagen in der Reihenfolge bereit, in der sie hier stehen, und geben Sie eine Person an, die sie im Termin holen kann. Suchzeiten sind in Stufe 1 besonders sichtbar, weil der Termin kurz ist.

Der Geltungsbereich ist die wichtigste Textstelle

Er landet im Zertifikat und legt fest, worauf sich die Aussage bezieht. Zwei Fehler kommen regelmäßig vor.

Der erste: zu weit gefasst. Wer „Entwicklung, Fertigung und Vertrieb“ schreibt, obwohl keine Entwicklung stattfindet, wird in Stufe 2 nach Entwicklungsprozessen gefragt. Fehlen sie, ist das eine Abweichung, die man sich selbst geschrieben hat.

Der zweite: zu eng oder unklar formuliert, sodass Kunden später nachfragen, ob eine bestimmte Leistung abgedeckt ist. Der Text muss ohne Erläuterung verständlich sein — er wird von Menschen gelesen, die Ihren Betrieb nicht kennen.

Ausschlüsse sind zulässig, wenn sie begründet sind und die Fähigkeit zur Erfüllung von Anforderungen nicht beeinträchtigen. Die Begründung gehört schriftlich vorbereitet, nicht in den Termin.

Der Abstand zu Stufe 2 will geplant sein

Zwischen den beiden Stufen liegt eine Zeitspanne, die zwei gegenläufige Anforderungen erfüllen muss. Sie muss lang genug sein, um die Befunde aus Stufe 1 zu bearbeiten. Und sie darf nicht so lang sein, dass die Beurteilung der Bereitschaft ihren Wert verliert — dann ist Stufe 1 ganz oder teilweise zu wiederholen.

Die Obergrenze legt die Zertifizierungsstelle nach ihren eigenen Regeln fest. Fragen Sie sie ab, bevor Sie den Termin für Stufe 1 vereinbaren, denn daraus ergibt sich rückwärts Ihr Zeitplan.

Zwei Konstellationen führen regelmäßig in die Verlängerung. Die erste: Stufe 1 findet statt, bevor die Managementbewertung terminiert ist, und der Termin der Leitung liegt danach acht Wochen später. Die zweite: Ein Befund betrifft das interne Auditprogramm, und die fehlenden Audits müssen erst noch durchgeführt werden — inklusive Ergebnissen, die anschließend in die Managementbewertung gehören.

Planen Sie deshalb rückwärts: Zieltermin für Stufe 2, davor der Puffer für die Bearbeitung, davor Stufe 1, davor die vollständige Runde aus internen Audits und Managementbewertung. Wer vorwärts plant, stellt regelmäßig fest, dass der Wunschtermin im Dezember eine Managementbewertung im September vorausgesetzt hätte.

Der häufigste Fehler

Stufe 1 wird als unverbindlicher Blick ins System behandelt, bei dem der Auditor Hinweise gibt. Das tut er auch — beraten darf er allerdings nicht, weil das seine Unabhängigkeit beschädigen würde. Er benennt Lücken, er sagt nicht, wie Sie sie schließen.

Der zweite Teil des Fehlers ist der Umgang mit den Befunden. Sie sind keine Abweichungen mit Zertifikatsfolge, aber sie werden in Stufe 2 nachverfolgt. Wenn ein in Stufe 1 benannter Punkt beim Hauptaudit unverändert dasteht, wird er dort zur Feststellung — und die Tatsache, dass er bekannt war, wirkt sich auf die Einstufung aus. Ein bekannter, nicht bearbeiteter Mangel ist etwas anderes als ein übersehener.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Stufe 1 und Stufe 2?

Stufe 1 prüft, ob das Managementsystem angelegt und für die Bewertung bereit ist: Dokumentation, Geltungsbereich, Standortsituation, internes Audit, Managementbewertung. Stufe 2 prüft die Umsetzung und Wirksamkeit vor Ort in den Prozessen. Stufe 1 kann teilweise remote stattfinden, Stufe 2 verlangt in aller Regel die Begehung der Standorte.

Kann man im Stufe-1-Audit durchfallen?

Nicht im Sinne einer Abweichung mit Zertifikatsfolge, aber die Zertifizierungsstelle kann feststellen, dass die Bereitschaft für Stufe 2 nicht gegeben ist. Dann wird der Termin verschoben. Die häufigsten Gründe sind ein fehlendes internes Audit über den vollen Geltungsbereich und eine nicht durchgeführte Managementbewertung.

Müssen internes Audit und Managementbewertung vor Stufe 1 vorliegen?

Spätestens vor Stufe 2 müssen beide vollständig durchgeführt sein. Viele Zertifizierungsstellen erwarten sie bereits zu Stufe 1, weil sie zur Bereitschaftsbeurteilung gehören. Klären Sie das mit Ihrer Stelle, bevor Sie den Termin legen — das ist die häufigste Terminverschiebung im gesamten Ablauf.

Wie lange darf zwischen Stufe 1 und Stufe 2 liegen?

Der Abstand muss ausreichen, um die Befunde aus Stufe 1 zu bearbeiten, darf aber nicht so groß sein, dass die Feststellungen ihre Aussagekraft verlieren. Die Zertifizierungsstelle legt die Obergrenze nach ihren Regeln fest. Wird sie überschritten, ist Stufe 1 ganz oder teilweise zu wiederholen — mit dem entsprechenden zusätzlichen Aufwand.

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